FOOD, PERSISCHE KÜCHE
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Shirini Napoleoni – persische Napoleonschnitte

Shirini Napoleoni auf Deutsch Napoleonschnitte, eine Nachahmung des französischen Gebäcks „Mille Feuille“ ist für mich ein Gedicht. Hierzulande kennst du sie vielleicht mit einer Vanillecreme gefüllt. In der persischen Variante liegt eine fluffig blumige Rosensahne zwischen zwei knusprigen Blätterteigschichten und wartet nur darauf, von dir genussvoll verspeist zu werden. Die oberste Schicht wird einfach mit Teigbröseln dekoriert und mit Puderzucker bestreut. Für ein wenig Frische serviere ich Erdbeeren dazu.

Ich muss gestehen, ich habe noch nie Blätterteig selber gemacht und benutze deshalb einen frischen Fertigteig aus der Kühltheke, so ist sie kinderleicht und schnell zubereitet. Am Besten servierst du die Napoleonschnitte noch am selben Tag, da der Boden am nächsten Tag nicht mehr so herrlich knusprig ist.

DA‘I JAN NAPOLEON – MEIN ONKEL NAPOLEON

Da‘i jan Napoleon ist ein Meisterwerk der modernen persischen Literatur. Der berühmte persische Roman wurde 1973 von dem Schriftsteller Iraj Pezeshkzad geschrieben und wer in den 70er Jahren in Persien aufgewachsen ist kennt dieses Kultbuch. Es handelt sich um eine Gesellschaftssatire voller Ironie und Humor, die die Lachmuskeln mitunter auf eine harte Probe stellt. Bitte warne die dich umgebenden vor, da du öfters richtig laut los lachen wirst. 1976 wurde das Buch verfilmt und ist in Teheran die erfolgreichste Fernsehserie aller Zeiten. Sie wurde Freitag abends gezeigt und Millionen Menschen amüsierten sich köstlich vor ihren Fernsehgeräten. Du solltest wissen, das Freitags in Persien ein Feiertag ist, so wie der Sonntag in Deutschland. Das Buch wird heute noch von vielen Persern als der persische Klassiker bezeichnet. Ich bin sehr glücklich, als ich vor einigen Jahren die Übersetzung in der deutschen Sprache käuflich erwerben konnte.

Der Roman spielt in einem riesigen Garten in Teheran um 1940 zu Beginn des Zweiten Weltkrieges. In diesem Garten stehen drei imposante Häuser des 20. Jahrhunderts, indem drei wohlhabende Geschwister leben. Das tyrannische und widerspenstige Oberhaupt der Familie ist der kleine reiche „Liebe Onkel“, der früher einmal ein niedriger Offizier der Kosaken Brigade war. Er wird von den anderen Familienmitgliedern schelmig und hinter seinem Rücken „Da‘i Jan Napoleon“ übersetzt Lieber Onkel Napoleon, nach seinem Helden Napoleon Bonaparte, genannt. Gemeinsam mit seinem treuen Diener und Gärtner „Mash Qasem“, der ebenfalls in der Kosaken Brigade gewesen sein soll, manövriert er sich in Lügengeschichten über seine Zeit als Offizier. Er hat die paranoide Vorstellung, dass die Engländer, die nun als Alliierten in den Iran einziehen, ihn als Erzfeind ansehen, weil er ihnen angeblich großen Schaden zugefügt hat. Nun lebt er in ständiger Angst, dass sie ihn aufsuchen und sich revanchieren könnten.

Die Geschichte beginnt mit einem verdächtigen Furz während eines Familientreffens. Im Laufe der Geschichte wird versucht heraus zu finden, wer nun der Verdächtige war. Der Erzähler ist der Liebeskranke dreizehn jährige Sohn von Onkel Napoleons Schwester. Im Roman ist er namenlos, in der Fernsehserie heißt er Saeed. Er ist in seine Cousine Layli, die gleichaltrige Tochter von „Lieber Onkel“ Hals über Kopf verliebt. Sie ist bereits Puri versprochen, er ist der älteste Sohn von Da‘i jan Napoleons Bruder. Der treue Diener „Mash Qasem“ ist der Vermittler zwischen dem Erzähler und Layli, die vom Lieber Onkel wie sein Augapfel beschützt wird.

Im Laufe der Geschichte kommen immer wieder lustige Charaktere dazu, die für eine sehr unterhaltsame witzige Atmosphäre sorgen. Ein lustiges Überbleibsel der Fernsehserie ist die Aussage „nach San Francisco fahren“, die eine Umschreibung für Sex ist. Also Obacht, wenn ein Perser dich auffordert mit ihm nach San Francisco zu fahren ;). Die Fernsehserie wurde nach der Revolution wegen ihre erotischen Aussagen und Inhalte verboten, was die Perser aber nicht davon abhält, diese auf dem Schwarzmarkt zu besorgen und sich köstlich zu amüsieren.

Was hat nun das Buch „Da’i jan Napoleon“ mit meinen süßen Schnitten zu tun? Bei den Namen Napoleon kommt mir sofort das Buch und die persische Serie in den Sinn und zaubern ein Riesen großes Lächeln auf mein Gesicht.

ZUTATEN SHIRINI NAPEOLONI – PERSISCHE NAPOLEONSCHNITTE

1 Packung Blätterteig, z. B. von Tante Fanny

600 g Schlagsahne

60 g Puderzucker

1 Eiweiß

1 TL Rosenwasser

1 TL Vanilleextrakt

etwas Puderzucker zum Bestäuben

Erdbeeren für die Deko

ZUBEREITUNG SHIRINI NAPOLEONI – PERSISCHE NAPOLEONSCHNITTE

Backofen auf 200° Vorheizen.

Blätterteig auf einem Backblech ausrollen, die Ränder glatt abschneiden,

die Längste Seite des Blätterteiges in der Mitte durchschneiden und

10 Minuten stehen lassen.

Blätterteig samt ausgeschnittener Ränder in den Backofen geben und

für 15 – 20 Minuten backen.

Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Sobald der Blätterteig abgekühlt ist vorsichtig horizontal durch schneiden.

Der Blätterteig ist sehr zerbrechlich.

Jetzt solltest du 4 Hälften vor dir liegen haben.

Die obere Hälfte ist ja sehr aufgegangen,

diese mit einem großen scharfen Messer vorsichtig beklopfen,

die dabei herunter bröselnden Krümel in einem Teller beiseite stellen,

diese benötigen wir zur Verzierung.

Eine der insgesamt vier Hälften, die ausgeschnittenen Ränder

fein krümeln und

 für die Verzierung beiseite stellen.

ZUBEREITUNG DER FÜLLUNG

Eiweiß zu Eischnee schlagen und in den Kühlschrank stellen.

Eine eiskalte Schüssel benutzen,

(ich stelle sie für einige Minuten in mein Gefrierfach).

Die Sahne zusammen mit Puderzucker, Rosenwasser und

Vanilleextrakt steif schlagen.

Das Eiweiß unter die steif geschlagene Sahne geben.

SCHICHTEN

Eine Schicht Blätterteig mit Sahne bestreichen,

die nächste Schicht Blätterteig darauf geben und wieder mit Sahne bestreichen.

Mit Teigkrümel verzieren und mit Puderzucker bestäuben.

Für 3 Stunden in Kühlschrank geben,

danach erst das Shirini in Scheiben schneiden und mit Erdbeeren verzieren.

HERZ <3 LICHT

Susan

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5 Kommentare

    • susann sagt

      Liebe Nina,

      ganzen lieben Dank und ich liebe es Rezepte hier zu teilen. Sie sind dafür da nach gekocht und nach gebacken zu werden.

      herzliche Grüße

      Susan

    • susann sagt

      Liebe Lydia,
      du bist immer Willkommen.
      Ganz herzliche Grüße
      Susan

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