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Meine Highlights der Cider World 2026 in Frankfurt

Meine Highlights der Cider World 2026 in Frankfurt

Wenn sich das historische Gesellschaftshaus Palmengarten in Frankfurt in eine pulsierende Genussmeile verwandelt, dann ist es wieder Zeit für die Cider World. Vergangenes Wochenende wurde das ehrwürdige Gebäude zum absoluten Mekka für alle, die das Besondere im Glas suchen. Es war faszinierend zu beobachten, wie sich das Publikum wandelt. Zwischen den prachtvollen Kristalllüstern sah man auffallend viele junge Gesichter, vor allem eine neue Generation von Männern, die Cider und Apfelwein als modernes Lifestyle-Getränk für sich entdeckt haben.

Bei der Verkostung konnte man die Leidenschaft der Produzenten förmlich greifen und gemeinsam mit Gleichgesinnten tief in die Aromenwelt eintauchen. Diese Energie zeigt deutlich: Das „Stöffche“ ist endgültig auf der Weltbühne angekommen. Also, schnapp dir ein Glas Cider, egal ob mit Umdrehungen oder spritzig alkoholfrei, mach es dir gemütlich und erfahre mehr über Meine Highlights der Cider World 2026 in Frankfurt!

DER VISIONÄR HINTER DER MESSE – MICHAEL STÖCKL

Wenn man über die Cider World spricht, kommt man an einem Namen nicht vorbei: Michael Stöckl. Als Gründer und Motor der Veranstaltung ist er der Mann, der Frankfurt zur heimlichen Welthauptstadt des Ciders gemacht hat. Stöckl ist nicht einfach nur ein Organisator, sondern ein leidenschaftlicher Botschafter, der den Apfelwein aus der angestaubten Nische des „Schoppens“ herausgeholt und auf die große internationale Bühne gehoben hat.

Mit seinem feinen Gespür für Qualität und Trends hat er ein globales Netzwerk aufgebaut, das von den traditionellen Keltereien in den hessischen Streuobstwiesen bis hin zu modernen Craft-Cider-Produzenten in Skandinavien oder Übersee reicht. Für ihn ist Cider ein Kulturgut, das ebenso viel Aufmerksamkeit und Expertise verdient wie feinster Wein. Ein Anspruch, den er durch die Zusammenarbeit mit der Hochschule Geisenheim Jahr für Jahr untermauert. Ohne sein Engagement wäre die enorme Vielfalt, die wir 2026 im Gesellschaftshaus erleben durften, kaum denkbar.

EIN UNIVERSUM DER MÖGLICHKEITEN – APFELWEIN VS. CIDER

Was viele nicht wissen: Apfelwein und Cider sind zwar eng verwandt, folgen aber doch ganz unterschiedlichen Philosophien. Während der klassische hessische Schoppen meist still ins Glas kommt, durch seine markante Säure besticht und traditionell im Bembel serviert wird, zeigt sich der internationale Cider oft von seiner spritzigen Seite. Er sprüht vor Kohlensäure und verführt mit einer enormen Bandbreite an Restsüße und komplexen Aromen. Auf der Cider World verschmelzen diese Welten zu einem Gesamtkunstwerk. Die wahre Faszination liegt dabei in der grenzenlosen Freiheit der Herstellung.

Im Gegensatz zum Weinbau, der oft an spezifische Rebsorten einer Region gebunden ist, kennt die Welt der Äpfel kaum Barrieren. Es gibt eine schier unerschöpfliche Auswahl an Apfelsorten, Herkunftsgebieten und Stilistiken. Ob alte Wildapfelsorten, säurereiche Mostäpfel oder moderne Züchtungen, verarbeitet werden kann alles, was am Baum reift und das Zeug zu einem erstklassigen Getränk hat. Auf der Cider World verschmelzen diese Welten. Hier geht es nicht nur um den Durstlöscher, sondern um echtes Handwerk, Terroir und die Kunst, die Seele des Apfels in die Flasche zu bringen.

DER WEG ZUM GOLD – DIE WISSENSCHAFTLICHE PRÜFUNG

Das Herzstück der Veranstaltung ist die Verleihung der begehrten Medaillen. Ein Sieg ist hier kein Zufallsprodukt. Um überhaupt eine Chance auf eine Auszeichnung zu haben, müssen die Produzenten ihre Erzeugnisse vorab nach Geisenheim schicken. Dort werden sie an der renommierten Hochschule und in Zusammenarbeit mit Experten sensorisch und analytisch unter strengsten Bedingungen geprüft. Eine Goldmedaille auf der Cider World ist somit ein echtes Qualitätssiegel der Wissenschaft.

PREMIERE FÜR DIE BIRNE – „SPARKLING PERRY“

Ein echtes Novum auf der Cider World 2026 war die Einführung der Kategorie „Sparkling Perry“. Damit rückten Birnenschaumweine endlich ins verdiente Rampenlicht. Für Michael Stöckl, war dieser Schritt überfällig. Er sieht in der Birne ein enormes Potenzial, das bisher oft unterschätzt wurde. Während der klassische Apfelwein dominiert, bringt der Perry eine ganz eigene Eleganz und völlig neue Geschmacksprofile ins Glas, die selbst erfahrene Gaumen überraschen.

INTERNATIONALE EXPERTISE – DAS URTEIL VON 30 JUROREN

In diesem Jahr war die Jury so international wie nie zuvor. Experten wie Brighid O’Keane (USA), Marco Mafrini (Italien), Thomas Digervold (Norwegen) sowie das französische Duo Benoît Marinos und Virginie Thomas und der Schweizer Paolo Spagnolo brachten frische Perspektiven in die Bewertung. Für Mitveranstalterin Christine Isensee-Kiesau ist dieser globale Blickwinkel entscheidend. Er hilft den Produzenten zu verstehen, wie ihr Handwerk im weltweiten Vergleich abschneidet. Durch die festliche Preisverleihung moderierte kein Geringerer als der Brite Gabe Cook „The Ciderologist“, der mit seiner gewohnt britischen Leidenschaft für Cider und Perry das Publikum begeisterte.

DIE GOLD-ELITE – CHAMPIONS DER CIDER WORLD 2026

Der Moment, auf den alle hingearbeitet haben! Die Bekanntgabe der Goldmedaillen-Gewinner. In einem Feld voller hochkarätiger Einreichungen konnten sich diese Produzenten durchsetzen und die Jury sowie die Wissenschaftler aus Geisenheim restlos überzeugen. Besonders auffällig ist in diesem Jahr die Dominanz norwegischer Erzeugnisse sowie die starke Präsenz innovativer deutscher Keltereien, die traditionelle Pfade verlassen und neue Maßstäbe setzen. Hier sind die stolzen Sieger der Cider World Medal 2026 in Gold:

  • Still Ciders: RedLove – Mausser Most (Steiermark, Österreich)
  • Sparkling Ciders: Trell – Sandalen Gard (Norwegen)
  • Sparkling Perry: Birnensecco 2024 – Gutshof Kraatz (Brandenburg, Deutschland)
  • Mixed & Flavoured: Wilder Cider – MainSchmecker (Franken, Deutschland)
  • Dessert & Fortified: Elodie Ice Cider – Eiane Gard (Norwegen)
  • Non-Alcoholic: Classic Rocco – Sparkling Rocco (Südtirol, Italien)

TOPA! EHRENGAST BASKENLAND

In diesem Jahr stand die 18. Ausgabe der Messe ganz im Zeichen baskischer Gastfreundschaft. Das Baskenland, die Region rund um die pulsierenden Städte San Sebastián und Bilbao, glänzte als offizieller Ehrengast. Im Fokus stand dabei der legendäre Sagardo. Der traditionelle baskische Apfelwein, der für seine ganz eigene, charakterstarke Herstellungsweise und seine tiefe Verwurzelung in der Kultur Nordspaniens weltberühmt ist.

Unter dem Ausruf „Topa!“ (Baskisch für „Prost!“) wurde die dortige Sidra-Kultur gefeiert. Ein großer Gewinner war Zapiain Sagardoa, die für ihren Premium 2025 die Goldmedaille mit nach Hause nehmen durften. Ein Beweis für die exzellente Qualität der baskischen Hochland-Äpfel. Auch das Traditionshaus Petritegi glänzte und erhielt eine Silbermedaille für den Petri Sidra 0,0 de Brindar, eine alkoholfreie Alternative, die die baskische Tradition perfekt in die Moderne übersetzt.

TXOTX TRADITION

Ein besonderes Highlight ereignete sich bereits einige Tage vor der eigentlichen Messe. Eine authentische Kellerprobe im Bornheimer Ratskeller holte die traditionelle „Txotx“-Tradition mitten nach Frankfurt. Normalerweise wird dieser Brauch zur Saisonpremiere in den Sagardotegiaks (den Apfelweinhäusern) im Hinterland von San Sebastián, insbesondere in der Provinz Gipuzkoa und Orten wie Astigarraga, zelebriert. Dabei öffnet der Kellermeister unter dem lauten Ruf „Txotx“ die Fässer, woraufhin der Sagardo in hohem Bogen direkt in die bereitgehaltenen Gläser der Gäste schießt. Es war der perfekte Auftakt, um die baskische Gastfreundschaft und Lebensfreude schon vor dem Messebeginn gebührend zu feiern.

CIDER STAR OF THE YEAR 2026

Ein emotionaler Höhepunkt der diesjährigen Messe war die Ehrung des Cider Star of the Year 2026, die an Haritz Rodriguez ging. Der gebürtige Baske, bekannt als „Ciderzale“ ist weit mehr als nur ein Experte; als Journalist, Marketing-Berater und leidenschaftlicher Travel-Blogger fungiert er als globales Bindeglied der Branche. Sein unermüdlicher Einsatz gilt der Wiederbelebung lokaler Cider-Traditionen und der weltweiten Vernetzung der Produzenten.

MEINE PERSÖNLICHE FAVORITEN

ALKOHOLFREIE CIDER VON JÖRG GEIGER

Wer dachte, dass Genuss immer Alkohol braucht, wurde eines Besseren belehrt. Meine persönlichen Highlights in diesem Jahr waren überraschenderweise die alkoholfreien Cider von Jörg Geiger aus Schwaben. Geiger ist ein Meister der „PriSeccos“ und nutzt alte Wiesenobst-Sorten, Kräuter und Gewürze, um eine Komplexität zu schaffen, die man sonst nur bei Spitzenweinen findet. Seine alkoholfreien Kreationen sind spritzig, vielschichtig und stehen den alkoholischen Varianten in nichts nach. Meine Favoriten

  • Craft Cider Original [most] Alte Apfel- und Birnensorten aus handverlesenem WiesenObst (mit Alkohol)
  • BIO Cuvée aus Weinbirnen – Oberösterreicher Weinbirne | Schweizer Wasserbirne | Nägelesbirne (mit Alkohol)
  • WiesenObst – Cider – Alkoholfrei mild
  • Sommerbirne“ – Birne | Kamille | Linde (alkoholfrei)

ROCCO – ROTER GENUSS AUS SÜDTIROL

Ein weiterer Hingucker und Geschmacksexplosion war der Cider Rocco aus Südtirol. Das Besondere, er wird aus rotfleischigen Äpfeln gewonnen. Das Ergebnis ist nicht nur ein optisches Highlight mit einem leuchtenden Rubinrot im Glas, sondern auch ein geschmackliches Erlebnis. Die natürliche Gerbstoffstruktur der roten Äpfel verleiht dem Cider eine angenehme Herbe und eine fruchtige Frische, die perfekt zum alpinen Lebensgefühl passt. Herzlichen Glückwunsch zur Goldmedaille in der Kategorie Non-Aloholic.

WILDE KREATIONEN AUS DEM HOHEN NORDEN – FINNLAND & NORWEGEN

Aus Finnland, Seinäjoki/Ylistaro, brachte die Kelterei Pirula echtes rebellisches Craft-Feeling mit. Mit ihrer Serie Pirula Renata, Nocturne und Paradisus zeigen sie, dass finnische Äpfel durch die langen Sommertage ein extrem intensives Aroma entwickeln. Diese handwerklich hergestellten Premium-Cider sind mutig, wild und unangepasst.

Ganz im Westen Norwegens, im malerischen Balestrand, liegt das Ciderhuset. Hinter der Marke Balholm steht eine beeindruckende Erfolgsgeschichte der Integration. Eine aus der Türkei eingewanderte Familie, hat dort ihre Bestimmung in der Herstellung von edlem „Champagne-Cider“ gefunden. Ihr Standort ist ein echtes Erlebniszentrum, das mediterran inspirierte Küche, mit Aktivitäten wie historischen Wanderungen, Kochkursen und Tastings kombiniert. Dass dieser Weg von Erfolg gekrönt ist, bewiesen die diesjährigen Auszeichnungen. Herzlichen Glückwunsch zu zweimal Silber und einmal Bronze!

EXOTEN AUS ARMENIEN UND GALIZIEN

Eine echte Entdeckung war Villa Armos aus Armenien. Dieser Craft Cider beweist, dass Armenien als eines der ältesten Weinländer der Welt auch beim Apfelwein ganz vorne mitspielt. Sie sind die ersten Cider Hersteller in Armenien. Die Cider sind elegant und bringen eine ganz eigene, fast schon orientalische Fruchtigkeit mit.

Aus Galizien (Spanien) überzeugte Maeloc. Ihr Sidra Dulce Ecologica ist ein Bio-Cider, der durch seine feine Süße und die ökologische Herstellung besticht. Ein sanfter, ehrlicher Genuss aus dem grünen Norden Spaniens.

INNOVATION AUS TSCHECHIEN UND FRANZÖSISCHE FINESSSE

Aus Tschechien sorgten Cousins Cider für Aufsehen. Sie konnten sowohl Gold- als auch Silbermedaillen abräumen und zeigten, dass osteuropäische Cider derzeit einen gewaltigen Qualitätssprung machen.

Für die Liebhaber der französischen Lebensart waren Cidres Kystin der Anlaufpunkt. Diese Kreationen aus der Bretagne spielen mit außergewöhnlichen Zutaten wie Zimt, Hibiskus oder Honig. Es sind fast schon flüssige Desserts, hochgradig elegant und perfekt ausbalanciert.

FRANKFURTER ORIGINALE – BEMBELROLLER UND LORSBACHER TAL

Heimspiel für die Hessen! Ein optisches Highlight vor dem Gesellschaftshaus war der Bembelroller. Eine Vespa im stilechten Bembel-Look, die man für Events sogar mieten kann. Ein Muss für jeden Fan der Frankfurter Lebensart.

Kulinarisch und traditionell fest verankert ist das Lorsbacher Tal aus Sachsenhausen. Mit ihrem Projekt „Daheim im Lorsbacher“ und ihrem hervorragenden hauseigenen Schoppen zeigten sie, warum das Wirtshaus im Herzen Frankfurts eine Institution ist. Ihr Apfelwein ist ehrlich, süffig und die perfekte Referenz für den klassischen Frankfurter Geschmack.

Die Cider World 2026 im Frankfurter Gesellschaftshaus war ein voller Erfolg und ein wahres Fest für alle Liebhaber von Apfelwein und Cider. Ausserdem hat diese Veranstaltung wieder einmal bewiesen, der Apfel ist die vielseitigste Frucht der Welt.

Topa!

Susan

Meine Highlights der Cider World 2026 in Frankfurt

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